In Cryptographic Art lote ich die Grenzen zwischen figürlich- gegenständlicher auf der einen und ornamental-abstrakter Darstellung auf der anderen Seite aus. Die Realität wird zu einem Muster. Sie besteht aus Elementen, die sich partiell zu Menschen Tieren, Pflanzen, Dingen und Landschaften verdichten.
Wir haben die Welt katalogisiert und kategorisiert. Jedes Ding mit einem Namen versehen und in eine Schublade gesteckt. In meinen Zeichnungen sind die Grenzen zwischen den Dingen fließend, ihre Zuordnung zu einem sprachlich definierten Begriff schwierig, Unbekanntes wird sichtbar und bleibt im Ungewissen.

LEBEN AM ENDE DES LEBENS

4. bis 28. September 2008
BELLEVUE-SAAL, Wiesbaden

Dem Unbekannten und Ungewissen aus- geliefert sind insbesondere die Menschen
am Ende ihres Lebens. Es scheint, im Falle der Demenz, als könnten sie ihre Gedanken, Gefühle und die Reaktionen ihrer Körper nicht mehr verstehen; sie fühlen sich wohl dem drohenden Tod ausgeliefert.
Auch die Angehörigen verstehen ihre erkrankten Verwandten nicht, wissen nicht was sie wollen, denken und fühlen, insbesondere wenn ein sprachlicher, gestischer und mimischer Austausch nicht mehr möglich ist. Leidet meine Mutter, wünscht sie sich den Tod oder will sie trotz dieser Umstände leben: wie erträgt sie es hilflos ans Bett gefesselt zu sein, künstlich ernährt zu werden, nicht mehr sprechen zu können, sich nicht bewegen zu können, auf die Pflege und die Freundlichkeit anderer angewiesen zu sein. Oder bekommt sie davon wenig mit, lebt zunehmend in einer anderen Welt und verabschiedet sich bewußt ganz langsam von unserer.

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